Willkommen auf diesem Blog

Die Performance einer Fluggesellschaft wird stark durch das Safety- und Qualitätsmanagement geprägt, das alle Verfahrensschritte und Verfahren – von der Ausbildung der Piloten, Flugbegleiter bis zur Wartung - bis ins kleinste Detail dokumentiert und überwacht. Die Qualitäts- und Sicherheitsstandards gehen über die wesentlichen, gesetzlich vorgeschriebenen nationalen und internationalen Anforderungen hinaus. Das "Safety und Quality"-Management wacht firmenintern über diese Standards, überprüft das korrekte Reporting aller betroffenen Firmenbereiche und gibt bei Bedarf neue Ziele verbindlich vor. Dieser Blog zeigt in erster Linie die Elemente und den Aufbau eines Safety Management Systems in der Luftfahrt und zeigt wie QM und SMS sich gegenseitig ergänzen. Weiters werden Themen/News erläutert die Einfluss auf die Sicherheit in der Luftfahrt haben. Er dient in erster Linie als Schulungsunterlage und wird laufend adaptiert. Dieser Blog dient aber auch zur Anregung von Diskussionen über die Branche Luftfahrt hinaus, denn Safety Management Systeme in ähnlicher Form sind auch in anderen Unternehmen zu etablieren. Am Ende jedes Eintrages findet man die Möglichkeit einen Beitrag in Form eines Kommentars zu leisten. Der Verfasser freut sich über jegliche Kommentare und ist stets bemüht diese auch entsprechend zu behandeln. Nutzen Sie die Gelegenheit zu einer Fachdiskussion. Viele der eingetragenen Kommentare vertiefen auch die angesprochenen Thematiken und werden laufend ergänzt.

Mittwoch, 24. Februar 2010

Zusammenfassung - Prozessmanagement

Bisher wurden die gesetzlichen Grundlagen erläutert.
Es wurde die zu implementierende Organisationsstruktur gezeigt. Was gilt es zu ergänzen.
Basierend auf der Unternehmensgröße, obliegt es der obersten Leitung, einen oder zwei Quality Manager zu ernennen. Bei ernannten zwei Personen, gilt es für diese in einer Unit zusammenzuarbeiten. "Quality Management Unit"

Interessant zu erwähnen ist, dass es ein Qualifikationsprofil für alle Leitungsfunktionen gibt. Für den Quality Manager ist ein solches nicht vorhanden, es entscheidet lediglich die nationale Behörde bei der Nennung, ob die genannte Person geeignet ist.
Zum Aufbau eines Qualitätssicherungsprogramms ist es nun zielführend auf Prozeßmanagement zurückzugreifen:

Prozeßmanagement definiert die Maßnahmen zur Identifikation, Analyse und Steuerung (Lenkung) von Prozessen mit der Zielsetzung der permanenten Verbesserung.

Eine der Forderungen an alle Mitarbeiter der lernenden Organisation ist die Abkehr von funktionaler Orientierung hin zu Denken in Prozessen.
Prozeßorientierung erlaubt die permanente Anpassung an sich ändernde Kundenforderungen und Umweltbedingungen (z.B.: gesetzliche Forderungen).
Dazu ist die Kenntnis der Prozesse im Unternehmen unabdingbar !!!!

Welche Bereiche - welche Prozesse (beispielhaft)

"Flight Operation" - Actual Flight Operation, Flight Support, Dispatch, Accident Prevention, Flight Safety, Security

"Ground Operation" - De-/Antiicing, Loadcontrol, Weight&Balance, Ground Handling, Dangerous Goods Transport

"Crew Training" - Anforderungen, Standards,.....

"Safety Management System" in seiner Gesamtheit.

So bekommt man einigermaßen ein Bild vom Umfang und der Größenordnung. Dies hilft den Aufwand des Qualitätssicherungsprogramms abzuschätzen. Schließlich gilt es für alle betroffenen Bereiche (Prozesse) Maßnahmen vorzusehen. Das Qualitätssicherungsprogramm muss die gesetzliche Konformität in allen Bereichen zumindest einmal jährlich feststellen !

Management Organisation

Die Organsationsstruktur "Operations" ist in den wesentlichen Funktionen festgeschrieben. In Form eines Stellenbesetzungsplans sind die Namen der Personen mit Leitungsfunktion (und deren Qualifikation) der Behörde bekannt zu geben (Genehmigungspflicht). Stellvertreter sind vorzusehen.
Unterhalb des Betriebsleiters (Oberste Leitung/ Accountable Manager) finden sich Bereichsleiter (Nominated Postholder) für:
Flight Operation
Ground Operation
Crew Training und
Maintenance.

Die oberste Leitung muss sicherstellen, dass die Verantwortungen und Befugnisse innerhalb der Organisation festgelegt und bekannt gemacht werden.
Die oberste Leitung muss sicherstellen, dass für zutreffende Funktionsbereiche und Ebenen innerhalb der Organisation Qualitätsziele einschließlich derer, die für die Erfüllung der Anforderungen an Produkte erforderlich sind, festgelegt sind. Die Qualitätsziele müssen messbar sein und mit der Qualitätspolitik im Einklang stehen.

Die oberste Leitung muss ein Leitungsmitglied (Q-Manager) benennen, das, unabhängig von anderen Verantwortungen, die Verantwortung und Befugnis hat, die Folgendes einschließen:
a) sicherzustellen, dass für das Qualitätsmanagementsystem erforderlichen Prozesse eingeführt, verwirklicht und aufrecht erhalten werden;
b) der obersten Leitung über die Leistung des Qualitätsmanagementsystems und jegliche Notwendigkeit für Verbesserungen zu berichten und;
c) die Förderung des Bewusstseins über die Kundenanforderungen in der gesamten Organisation sicherzustellen.

Kontrollorganisation - Compliance Monitoring

Das Unternehmen ist dafür verantwortlich, daß die Sicherheit des Flugbetriebes gewährleistet ist. Zu diesem Zweck ist eine flugbetriebliche und technische Kontrollorganisation einzurichten, die nach einem von der Obersten Zivilluftfahrtbehörde genehmigten Verfahren für die Einhaltung der jeweiligen Sicherheitsbestimmungen
zu sorgen und erforderlichenfalls Abhilfemaßnahmen vorzusehen hat. Bei der Erstellung dieser Kontrollorganisation ist auf den Betriebsumfang des Luftfahrtunternehmens sowie auf dessen Unternehmensstruktur Bedacht zu nehmen.

Ein Luftfahrtunternehmen muß über ein gesund und effektiv strukturiertes Management verfügen, das die sichere Durchführung des Flugbetriebes gewährleistet. Dazu muß eine Management – Organisation bestehen, die befähigt ist, die operative Kontrolle und Aufsicht über jeden im Rahmen der Unternehmensgenehmigung durchgeführten Flug wahrzunehmen.

Der Luftfahrtunternehmer muß einen verantwortlichen Betriebsleiter bestimmt haben, der mit einer Ermächtigung des Unternehmers ausgestattet ist, die sicherstellt, daß der gesamte Flugbetrieb und alle Instandhaltungsmaßnahmen finanziert und gemäß dem von der Luftfahrtbehörde vorgeschriebenen Standard durchgeführt werden können.
Die Benennung des verantwortlichen Betriebsleiters unterliegt für die luftrechtlichen Funktionen einem Zustimmungsvorbehalt der Aufsichtsbehörde.

Einstieg - rechtliches Rahmenwerk

Für die Industrie legt die ISO Normenreihe, im speziellen die ISO 9001/2000 das Vorgehen zum Aufbau eines Q-Managementsystems fest. Ein wenig anders ist dies bei den Forderungen und Auflagen in der Luftfahrt im Speziellen für einen Flugbetrieb. Hier gelten zum Aufbau einer "Kontrollorganisation" (Quality System Operations) die rechtlichen Auflagen der JARs/EU Richtlinien/EASA Vorschriften, teils ICAO, sowie der nationalen Behörde.
Für den Quality Bereich sind dies:
(JARs) EU OPS 1, JAA TGL 44, EASA Part M, EASA NPA (derzeit noch nicht rechtsgültig) und national die "Air Operator Certificate Verordnung" kurz AOCV. Für Safety Management Systeme findet sich ein Leitfaden im ICAO Dokument 9859, der Quality integriert behandelt.
All diese Auflagen finden in folgenden Abhandlungen Berücksichtigung.

„Kontrollorganisation“ im Englischen übersetzt als „Quality System“ steht oft fälschlicherweise als Synonym für ein Qualitätsmanagementsystem. Qualitätsmanagementsysteme laut ISO Norm verfolgen ein sehr ambitioniertes Ziel, das weit über das OPS Regelwerk hinausgeht und betriebsweit, also über den Flugbetrieb hinaus, implementiert sein sollte.
- Ein Unternehmen je nach vorgegebener Strategie, ziel- und prozeßorientiert ausrichten und organisieren -
Die Werkzeuge hingegen sind ähnlich, oft gleich und sollten mit Berücksichtigung finden beim Aufbau eines „Quality System nach EU OPS 1.035“.

Darunter fallen :

• Qualitätsmanagement
• Prozeßmanagement
• Projektmanagement
• Informationsmanagement
• Wissensmanagement
• Sicherheitsmanagement, etc.

Folgende Beiträge sollen einen Überblick darüber geben, wie dies in einem Flugbetrieb umgesetzt werden kann.

Luftfahrt - Betriebliche Sicherheit

Hier entsteht in den nächsten Tagen ein Blog, der sich in erster Linie mit "Qualitätsmanagement als integriertem Bestandteil eines Sicherheitssystems (Safety) in einem Flugunternehmen" auseinandersetzt. Punkte des Regulativs werden aufgegriffen und in einer persönlichen Sicht des BLOG- Autors näher erläutert.

Ein Safety Management System (SMS) soll die betriebliche Sicherheit erhöhen.
Doch was bedeutet das genau ?
Es erfasst und überprüft betriebliche Verfahren und Sicherheitsmaßnahmen. Gleichzeitig berücksichtigt es menschliche, technische und organisatorische Faktoren systematisch. Man kann Problembereiche erkennen und proaktiv beseitigen.

Als Grundlage für diesen Prozess dienen systematische Gefahrenidentifikationen, Risikobewertungen, detaillierte Unfallursachenforschung, umfassende Eigenkontrollmaßnahmen sowie die gezielte Sensibilisierung der Mitarbeiter.

Dieser Blog dient zur Schulung, Diskussion und Weiterbildung.