Willkommen auf diesem Blog

Die Performance einer Fluggesellschaft wird stark durch das Safety- und Qualitätsmanagement geprägt, das alle Verfahrensschritte und Verfahren – von der Ausbildung der Piloten, Flugbegleiter bis zur Wartung - bis ins kleinste Detail dokumentiert und überwacht. Die Qualitäts- und Sicherheitsstandards gehen über die wesentlichen, gesetzlich vorgeschriebenen nationalen und internationalen Anforderungen hinaus. Das "Safety und Quality"-Management wacht firmenintern über diese Standards, überprüft das korrekte Reporting aller betroffenen Firmenbereiche und gibt bei Bedarf neue Ziele verbindlich vor. Dieser Blog zeigt in erster Linie die Elemente und den Aufbau eines Safety Management Systems in der Luftfahrt und zeigt wie QM und SMS sich gegenseitig ergänzen. Weiters werden Themen/News erläutert die Einfluss auf die Sicherheit in der Luftfahrt haben. Er dient in erster Linie als Schulungsunterlage und wird laufend adaptiert. Dieser Blog dient aber auch zur Anregung von Diskussionen über die Branche Luftfahrt hinaus, denn Safety Management Systeme in ähnlicher Form sind auch in anderen Unternehmen zu etablieren. Am Ende jedes Eintrages findet man die Möglichkeit einen Beitrag in Form eines Kommentars zu leisten. Der Verfasser freut sich über jegliche Kommentare und ist stets bemüht diese auch entsprechend zu behandeln. Nutzen Sie die Gelegenheit zu einer Fachdiskussion. Viele der eingetragenen Kommentare vertiefen auch die angesprochenen Thematiken und werden laufend ergänzt.

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Dienstag, 9. Juni 2015

Verkehrssicherheitsarbeit in Österreich

Verkehrssicherheitsarbeit ist ethisch geboten und auch als volkswirtschaftlich erfolgreich zu bewerten. Gemäß dem internationalen Standard in der Unfallursachenforschung sowie auf Basis der Konzepte und Strategien der Verkehrssicherheitspolitik der Europäischen Union und den diesbezüglichen gemeinschaftsrechtlichen Verpflichtungen ist es das Ziel einer Sicherheitsuntersuchung durch eine unabhängige Stelle, aus Fehlern zu lernen, Wiederholungen zu vermeiden und dadurch die Verkehrssicherheit zu verbessern.

Die Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes kurz: SUB ist als Organisationseinheit in der Bundesanstalt für Verkehr (BAV) - eine Dienststelle des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) - eingerichtet. Sie ist multimodal strukturiert und umfasst die Bereiche Schiene, Schifffahrt, Seilbahnen und Zivilluftfahrt. Die SUB ist funktionell und organisatorisch unabhängig von allen Behörden und Parteien, öffentlichen und privaten Stellen, deren Interessen mit den Aufgaben der SUB kollidieren könnten.

Die zentrale Aufgabenstellung der SUB ist die Untersuchung von Unfällen und Störungen durch ein qualifiziertes Untersuchungsverfahren, die Feststellung der möglichen Ursachen und erforderlichenfalls die Ausarbeitung von Sicherheitsempfehlungen als Vorschläge zur Verbesserung der Verkehrssicherheit. Die Untersuchung dient nicht der Klärung von Schuld und Haftungsfragen. Sämtliche Untersuchungsberichte werden auf der Webseite der Bundesanstalt für Verkehr veröffentlicht.
http://versa.bmvit.gv.at

Donnerstag, 26. Juni 2014

State Safety Programme

Das BMVIT hat gemeinsam mit den involvierten Luftfahrtbehörden Austro Control, dem Aeroclub und der Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes nach den Grundsätzen der ICAO (Internationale Zivilluftfahrtorganisation) im Speziellen basierend auf ICAO ANNEX 19 und EASA (European Aviation Safety Agency) ein „State Safety Programme (SSP)“ für die Luftfahrt erarbeitet. Das Programm beschreibt erstmals, in einem Dokument zusammengefasst, das regulatorische Umfeld sowie die Aktivitäten und Rollenverteilung in der Sicherheitsaufsicht über die Zivilluftfahrt in Österreich und besteht im Wesentlichen aus vier Bereichen: Sicherheitspolitik und Ziele, Sicherheits- und Risikomanagement, Gewährleistung der Sicherheit sowie Förderung der Sicherheit. Zu den Kernvorgaben des „State Safety Programmes“ gehören die Überwachung der Umsetzung von Safety Management Systemen innerhalb von Luftfahrtorganisationen genauso wie die Sicherstellung ausreichender Ressourcen und entsprechend kompetenter Mitarbeiter. Zu den wesentlichen Aspekten dieses Programmes zählt insbesondere auch die Förderung einer offenen Meldekultur. Meldungen über Ereignisse und Störungen in der Zivilluftfahrt und deren Auswertung tragen erheblich dazu bei, die Sicherheit der Zivilluftfahrt zu heben. (Austro Control Pressemitteilung)

Donnerstag, 22. November 2012

Neue Durchführungsvorschriften


EU Amtsblatt L296 - Verordnung (EG) Nr.965/2012
Am 25.10.2012 wurden die neuen flugbetrieblichen Durchführungsvorschriften seitens der Europäischen Union veröffentlicht. In Österreich beträgt die Umsetzungsfrist 2 Jahre (OPT-OUT).

Anhang I regelt die Begriffsbestimmungen für die in den Anhängen II-V verwendeten Begriffe (Definitions),
Anhang II die Anforderungen an Behörden bezüglich des Flugbetriebs (Part-ARO),
Anhang III die Anforderungen an Organisationen bezüglich des Flugbetriebs (Part-ORO),
Anhang IV den gewerblichen Luftverkehr (Part-CAT) und
Anhang V die Sondergenehmigungen (Part-SPA).

Die Details hierzu finden sich auf der EASA Homepage: http://www.easa.eu.int/

Dienstag, 25. Mai 2010

SMS Komponenten und Elemente

Die Struktur eines SMS besteht aus vier Komponenten mit insgesamt 13 Elementen. Dies bietet sich an, das Training dementsprechend MODULAR zu gestalten:

1. Sicherheitsstrategie und – ziele (Safety policy and objectives)
- Engagement und Verantwortlichkeit der Unternehmensleitung (Management commitment and responsibility)
- Verantwortlichkeit der Führungskräfte für die Sicherheit des Betriebs (Safety accountabilities of managers)
- Besetzung von für die Sicherheit wichtigen Schlüsselpersonen mit geeigneten Personen (Appointment of key safety personnel)
- SMS-Umsetzungsplan (SMS implementation plan)
- Koordination von Notfallplänen (Coordination of emergency response planning)
- Dokumentation (Documentation)

2. Risikomanagement (Safety risk management)
- Prozesse zur Gefahrenidentifikation (Hazard identification processes)
- Prozesse zur Bewertung und Verringerung der Risiken (Risk assessment and mitigation processes)

3. Kontrolle der Sicherheit (Safety assurance)
- Überwachung und Messung der Erfüllung der Sicherheitszielwerte (Safety performance monitoring and measurement)
- Management von Veränderungen (The management of change)
- Kontinuierliche Weiterentwicklung und Verbesserung des SMS (Continuous improvement of the SMS)

4. Förderung der Sicherheit durch Informationen (Safety promotion)
- Ausbildung und Fortbildung zu Sicherheitsfragen (Training and education)
- Kommunikation zu sicherheitsrelevanten Fragen (Safety communication)

Mittwoch, 24. März 2010

Safety Management System (SMS)

Zusammenfassend:

Ein Safety Management System ist gesetzlich vorgeschrieben und muss in den ICAO Mitgliedsstaaten (191) stufenweise implementiert werden.

Von den Vertragsstaaten ist ein "State Safety Programme" (SSP) zu erstellen.
Flughafenbetreiber, Luftverkehrsgesellschaften, Wartungsbetriebe und Schulungseinrichtungen der Luftfahrtbranche müssen ein betriebsinternes Safety Management System einführen und dokumentieren.

Unter dem Begriff „Managen von Sicherheit“ (betriebliche Sicherheit) kann man dabei die systematische Erfassung, Überprüfung und gegebenenfalls Änderung von betrieblichen Verfahren und Sicherheitsmaßnahmen unter Berücksichtigung menschlicher, technischer und organisatorischer Faktoren verstehen.
Unter anderem auf der Grundlage von systematischen Gefahrenidentifikationen, Risikobewertungen, detaillierter Unfallursachenforschung und umfassenden Eigenkontrollmaßnahmen sowie der gezielten Sensibilisierung der Mitarbeiter sollen Problembereiche vor allem proaktiv erkannt und beseitigt werden, um insgesamt eine Erhöhung der Sicherheit zu erreichen.

Da das SMS ein Management System ist, das vollständig in die Prozesse eines Unternehmens integriert werden muss, kann eine Zulassung oder Anerkennung eines voll ausgebauten SMS nicht isoliert von der Zulassung des Unternehmens oder des Flugbetriebs erfolgen. Die Überprüfung bzw. Bewertung des SMS wird künftig ein wichtiger Bestandteil bei der Erteilung eines Luftverkehrsbetreiberzeugnis (AOC) sein.

Strukturiertes Sicherheitsmanagement hilft bekannte, wiederkehrende Unfall-/Vorfallursachen zu entschärfen.