Willkommen auf diesem Blog

Die Performance einer Fluggesellschaft wird stark durch das Safety- und Qualitätsmanagement geprägt, das alle Verfahrensschritte und Verfahren – von der Ausbildung der Piloten, Flugbegleiter bis zur Wartung - bis ins kleinste Detail dokumentiert und überwacht. Die Qualitäts- und Sicherheitsstandards gehen über die wesentlichen, gesetzlich vorgeschriebenen nationalen und internationalen Anforderungen hinaus. Das "Safety und Quality"-Management wacht firmenintern über diese Standards, überprüft das korrekte Reporting aller betroffenen Firmenbereiche und gibt bei Bedarf neue Ziele verbindlich vor. Dieser Blog zeigt in erster Linie die Elemente und den Aufbau eines Safety Management Systems in der Luftfahrt und zeigt wie QM und SMS sich gegenseitig ergänzen. Weiters werden Themen/News erläutert die Einfluss auf die Sicherheit in der Luftfahrt haben. Er dient in erster Linie als Schulungsunterlage und wird laufend adaptiert. Dieser Blog dient aber auch zur Anregung von Diskussionen über die Branche Luftfahrt hinaus, denn Safety Management Systeme in ähnlicher Form sind auch in anderen Unternehmen zu etablieren. Am Ende jedes Eintrages findet man die Möglichkeit einen Beitrag in Form eines Kommentars zu leisten. Der Verfasser freut sich über jegliche Kommentare und ist stets bemüht diese auch entsprechend zu behandeln. Nutzen Sie die Gelegenheit zu einer Fachdiskussion. Viele der eingetragenen Kommentare vertiefen auch die angesprochenen Thematiken und werden laufend ergänzt.

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Mittwoch, 28. April 2010

SMS Aufbau (Teil 1) - PLANNING

Was gilt es beim Aufbau eines SMS zu beachten, welche Planungsschritte sollten vorgesehen sein:

Seitens des verantwortlichen Geschäftsführers ist eine Person oder ein Team zu benennen, das mit dieser Aufgabe betraut ist.

Als erster Schritt gilt es, die Organisation und Prozesse zu durchleuchten. Welche Prozesse haben welche Auswirkungen auf den Gesamtprozeß und welche Risiken sind damit verbunden.
(Schnittstellen innerhalb des Unternehmens – sowie Beziehung zu den Lieferanten mit beachten).

Festlegung einer Safety-Zielsetzung (Zielvereinbarung). Diese muss vom Geschäftsführer unterzeichnet sein und den Mitarbeitern bekannt gemacht werden. Die Zielsetzung sollte einer regelmäßigen Überprüfung und nötigenfalls einer Verbesserung unterzogen werden.

Prüfung der Meßbarkeit der Effizienz des Systems. Festlegung von Kennziffern (Indikatoren).
Welche „Safety Performance Indikatoren“ sind vorhanden ?
Welche „Safety Performance Targets“ sind gesetzt ?
Gilt es neue zu etablieren ?

Aufbau einer SMS Organisation:
Einrichtung eines Safety Services Office.
Bestimmung des Safety Managers.
(in kleinen Organisationen gibt es oft nur einen Safety Manager, der zugleich die Agenden eines Safety Services Office wahrnimmt).
Wie setzt sich das Safety Review Board (SRB) zusammen, wer ist in einer Safety Action Group (SAG).
Darstellung und Etablierung von Informationswegen, Meetingstruktur, strategische Funktionen sind klarzulegen.

Teil eines Safety Management Systems, wurde aber bisher nicht erwähnt, ist laut ICAO auch der ERP (Emergency Response Plan).
Da ein solcher bereits vorhanden sein sollte, ist hier lediglich zu prüfen, wie es mit der internen und externen Koordination im Notfall aussieht.

Der nächste Schritt ist das Erstellen der SMS Dokumentation:
Sammlung aller nationalen und internationalen Regelungen zum Thema SMS.
Sicherstellung, dass diese immer am aktuellen Stand sind.
Erstellung eines internen SMS Manuals und dessen Publikation nach Prüfung durch die nationale Behörde.

Ausarbeitung einer Schulung für alle Mitarbeiter und das Management.
Etablierung von „Werbe“- Aussendungen für SMS (Informative Aussendungen, Zeitschriften, Newsletter, Webseiten, Emails)

Montag, 1. März 2010

Internes Audit - Vorgangsweise

Vor der Auswahl einer Auditorenstaff gilt es sich vor Augen zu führen, was bei einem internen Audit vor sich geht, dies ermöglicht ein Anforderungsprofil festzulegen:

Der folgende Abschnitt gibt einen Überblick über die Vorgangsweise bei einem internen Audit:

Bei einem Einführungsgespräch sind der Leiter des zu auditierenden Bereichs und die Mitarbeiter, die das Auditteam begleiten sollen, anwesend. Der Audit(team)leiter erläutert den Zweck und die Zielsetzung des Audits und die geplante Vorgangsweise.
Dabei werden die Checklisten (Fragelisten) und die Formblätter vorgelegt, wenn sie nicht schon vorher besprochen wurden. Es wird aufgelistet welche Anweisungen für das Audit herangezogen werden. (z.B.: EU OPS 1, Operations Manual, IOSA....)

Ein Zeitplan wird festgelegt. Eventuell benötigte Mitarbeiter der zu prüfenden Bereiche werden informiert. Falls der Leiter des Bereichs nicht ständig zugegen sein kann, sind für das Abschlußgespräch Termin, Ort und Teilnehmerkreis zu vereinbaren.

Soweit erforderlich, sollte das Auditorenteam vor der Befragung die entsprechenden Unterlagen prüfen und mit dem zugrundeliegenden Regelwerk vergleichen. Damit können bereits Abweichungen und Unterlassungen festgestellt werden. Eine erste Beurteilung ist möglich. Die Vorprüfung gibt auch ausreichend Stoff für Befragungen und für Nachprüfungen vor Ort.

Durch Befragung vor Ort werden in den betreffenden Bereichen Nachweise gesammelt und durch Prüfung von Unterlagen und Tätigkeiten Feststellungen getroffen. Die Fragen werden in der Regel anhand der Auditcheckliste gestellt. Langsames Vorgehen, allgemein verständliche Formulierungen, Erläuterungen und Zwischenfragen helfen, Unsicherheit der Befragten oder Verständigungsschwierigkeiten auszuräumen. Um Mißverständnisse zu vermeiden, ist es angebracht, die Antwort des Befragten mit eigenen Worten zu wiederholen.
Dies gilt besonders dann, wenn aus der Antwort eine Abweichung vom Sollstand hervorgeht. Konfrontationen erschweren den Ablauf des Audits und können den Erfolg beeinträchtigen. Deshalb ist eine aggressive Fragestellung ebenso zu vermeiden wie Vorwürfe bei Abweichungen und Diskussionen über die Zweckmäßigkeit einer Regelung. Meinungsäußerungen der Betroffenen sind dennoch von Belang.

Jeder während des Audits festgestellte oder durch Nachweis belegte Sachverhalt ist eine Auditfestellung und wird im Auditprotokoll nachgewiesen. Ein Nachweis ist eine qualitative oder quantitative Information, Aufzeichung oder Feststellung, die bewiesen werden kann. Wird durch Beobachtung, Messung oder Untersuchung die Nichterfüllung festgelegter Standards festgestellt, spricht man von einer Abweichung oder einer Nichtkonformität.


Alle Auditfeststellungen, besonders die Abweichungen, werden protokolliert. Sie können z.B. in Fragelisten oder in Abweichungsberichten festgehalten werden. Dabei kommte es darauf an, sowohl die bestätigenden Doumente und Argumente festzuhalten, als auch alle Abweichungen, Unterlassungen und Fehler zu notieren. Die Abweichungsberichte werden vom Leiter des geprüften Bereichs gegengezeichnet. Abweichungen sind zu bewerten.
Es gibt Abweichungen, die noch akzeptiert werden können, und nicht mehr akzeptable Abweichungen, die erwarten lassen, daß die vorgegebenen Standards nicht erfüllt werden.

Am Abschlußgespräch sollten dieselben Mitarbeiter teilnehmen, die am Einführungsgespräch teilgenommen haben. Der Auditleiter gibt eine Zusammenfassung der Ergebnisse und vereinbart mit dem Leiter des geprüften Bereichs Termine für Verbesserungmaßnahmen. Dies ist mit dem Quality Manager zu koordinieren.

Der Auditbericht sollte sowohl Art als auch Inhalt des Audits getreu wiedergeben. Der Auditbericht muß mit dem Datum und der Unterschrift des Auditleiters versehen sein.

Es wird empfohlen, sich auf eine zusammenfassend Darstellung zu beschränken und die verschiedenen Auditunterlagen dem Bericht beizufügen. Ihnen können die entsprechenden Einzelheiten entnommen werden. Der Bericht soll mit dem Leiter des geprüften Bereichs abgestimmt werden. Falls Meinungsverschiedenheiten bestehen, sind beide Meinungen in den Bericht aufzunehmen. Der Bericht und die Auditunterlagen sind ausreichend zu kennzeichnen.

Auditberichte sind vertraulich und werden an die Verantwortlichen des geprüften Bereichs verteilt. Ein über diesen Personenkreis hinausgehender Verteiler ist besonders festzulegen.
Die Aufbewahrung des Auditberichts richtet sich nach der Regelung für die Archivierung von Unterlagen (5 Jahre laut EU OPS).

Die Durchführung von Verbesserungsmaßnahmen ist Aufgabe des Verantwortlichen des betroffenen Bereichs. Die Verbesserungsmaßnahmen und ihre Ergebnisse werden durch den Quality Manager geprüft und bewertet.

Freitag, 26. Februar 2010

Aufwandsschätzung

Nun sind die Kernprozesse (zumeist unter 10) soweit erfasst. Jeder dieser Prozesse sollte einen Prozess-owner haben, also ein verantwortliche Person für identifizierten Kernprozess. In den meisten Unternehmen ist dies nicht eindeutig eine Person, da Unternehmen zumeist nicht Prozess- orientiert organisiert sind. Die Summe der involvierten Abteilungen lässt erst eine Aufwandsschätzung für das Qualitätssicherungsprogramm zu. Die Verpflichtung "Lieferanten" zu prüfen, lässt den Aufwand zumeist erheblich steigen.
In der Luftfahrt sind dies Handling Agents, Ground Handling Organisationen, Supportunternehmen für Bereiche wie Dokumentation, Flughafenbetreiber, Maintenance etc.

Die Organisation muss sicherstellen, dass die beschafften Produkte die festgelegten Beschaffungsanforderungen erfüllen. Art und Umfang der auf den Lieferanten und das beschaffte Produkt angewandten Überwachung müssen vom Einfluss des beschafften Produkts auf die nachfolgende Produktrealisierung oder auf das Endprodukt abhängen.
Die Organisation muss Lieferanten auf Grund von deren Fähigkeit beurteilen und auswählen, Produkte entsprechend den Anforderungen der Organisation zu liefern. Es müssen Kriterien für die Auswahl, Beurteilung und Neubeurteilung aufgestellt werden. Aufzeichnungen über die Ergebnisse von Beurteilungen und über notwendige Maßnahmen müssen geführt werden.

Die Organisation muss erforderlichen Prüfungen oder sonstigen Tätigkeiten festlegen und verwirklichen, durch die sichergestellt wird, dass das beschaffte Produkt die festgelegten Beschaffungsanforderungen erfüllt.
Wenn die Organisation oder ihr Kunde beabsichtigt, Verifizierungstätigkeiten beim Lieferanten durchzuführen, muss die Organisation die beabsichtigen Verifizierungsmaßnahmen und die Methode zur Freigabe des Produkts in den Beschaffungsangaben festlegen.